Ab Herbst 2010 im Kino

Ein Film von Marco Keller über die Auswirkungen der exportorientierten Landwirtschaft auf die Menschen Brasiliens.

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CDHEC - Das Menschenrechtszentrum

CDHEC -Centro de Direitos Humanos, Educacao e Cidadania in Fortaleza, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Ceará stellt sich vor.

Aktuelle Situation und Vorgeschichte

Die Arbeit des Zentrums für Menschenrechte, Erziehung und Bürgerrecht CDHEC (ausgesprochen Sedecki) in Pirambu, einem riesigen Armutsviertel von Fortaleza, besteht seit 2002. Nach schwierigen Jahren mit wechselnden Mietverhältnissen verfügt es seit 2007 über ein eigenes Haus, das Dank Misereor und anderer Solidaritätsgruppen gekauft werden konnte. Es ist mit seinem Menschenrechtsbüro eine stark frequentierte Anlaufstation für alle Arten von Konfliktsituationen, sowohl im juristischen als auch im sozialen Bereich. Die Bandbreite der Nöte und Delikte ist groß in einem Stadtviertel, das geprägt ist von hoher Arbeitslosigkeit, ärmlichen Wohn- und Lebensverhältnissen und allgegenwärtiger Gewalt. Viele der Hilfesuchenden sind Jugendliche, die die Koordinatorin Olga do Nascimento wie folgt beschreibt.
"Die Jugendlichen, die bei uns Hilfe suchen, stehen im Allgemeinen in Konflikt mit sich selbst, mit den Menschen ihres Umfelds, mit ihrer Familie. Oftmals kommen sie aus zerrütteten Familien, die Eltern sind arbeitslos, haben sich getrennt, so dass sie anderswo Unterschlupf finden mussten. Viele leben unter äußerst belastenden Wohnverhältnissen, leiden unter psychischem Druck, unter Hunger, Krankheiten, und jeder Art von Mangel. Die Folge sind Fernbleiben von der Schule, Herumlungern auf der Straße, Verwicklung in die Drogenszene, eigener Drogenkonsum, kleinere und größere Diebstähle, schmerzvolle Erfahrungen mit der Polizei, etc."
Olga genießt ihr volles Vertrauen wie auch das der anderen Rat- und Hilfesuchenden, denn sie kennt die vielfältigen Schwierigkeiten der Menschen, die sie aufsuchen, aus eigener Erfahrung und Betroffenheit, da sie seit vielen Jahren selbst in diesem Stadtteil lebt und in ihm auch unter schwierigsten Bedingungen ihre vier inzwischen erwachsenen Kinder großgezogen hat. Sie hat sich trotz der eigenen Belastungen stets für und mit anderen für Verbesserungen engagiert, wobei sie zunehmend auf die Problematik der verschiedenen Jugendbanden ihres Wohngebiets aufmerksam wurde und ihre spezielle Gabe und Aufgabe darin erkannte, diesen Jugendlichen beizustehen. Sie suchte ihren Kontakt, vor allem den der Bandenführer, ging immer wieder nachts zu ihren Treffpunkten auf der Straße, um mit ihnen zu reden und herauszufinden, was eine lockende Perspektive für sie darstellen könnte. Dies führte 2002 zur Gründung von CDHEC und der Entwicklung des Programms "Option für das Leben", das den Wünschen der Jugendlichen entsprechend zunächst mit Kursen in Rap, Breakdance und Grafiti begann,. den drei Hauptelementen der so genannten Straßenkultur. Diese aus den USA kommende Protestbewegung vor allem schwarzer Randgruppen, auch Hip Hop Bewegung genannt, übte große Faszination auf die Jugendlichen aus. Sie waren alle Fans der bekannten Musikgruppe "Racionais" und wollten es ihnen nachtun und ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeiten erproben. Die ersten Kurse begannen mit zunächst 30 Jugendlichen aus vier verschiedenen Banden, die sich bereit erklärt hatten, ihre Rivalitäten, zumindest innerhalb des Projekts, aufzugeben.
"Um wieder Hoffnung spüren zu können, muss der von der Gesellschaft verachtete Jugendliche sich angenommen fühlen. Nur durch den freundschaftlichen Blick eines anderen wird er sich langsam als Person, die etwas wert ist, wiederentdecken, fähig zu positivem Handeln. Er braucht jemanden, der ihm zuhört, seine Schmerzen und Bedürfnisse wahrnimmt und seine wirklichen Wünschen erkennt. Dieses Zuhören erfordert viel Zeit und Geduld, denn er hat Angst, aus sich herauszugehen und vertraut sich nicht jedem Beliebigen an. Er muss spüren, dass der andere nicht nur nicht richtet, sondern ihn in seiner ganzen Tiefe versteht."
Olga do Nascimento
Heute nehmen ca. 160 Jugendliche beiderlei Geschlechts an den Angeboten des Zentrums teil. Sie gehören aber keinen Jugendbanden mehr an, da diese sich in dem betreffenden Stadtgebiet weitgehend aufgelöst haben. Die Hauptattraktion bilden Kurse in Folkloretänzen, die jeweils mit Gesprächsrunden über verschiedene Themen wie Sexualität, Verhütung, Drogenkonsum, friedliche Konfliktbewältigung, Schule, Fortbildung, etc. beginnen und den Jugendlichen helfen, sich als Gruppe mit gemeinsamem Anliegen zu empfinden. Schulbesuch ist für alle Beteiligten der Kurse obligatorisch.
Von Zeit zu Zeit werden in oder außerhalb des Hauses berufsbildende Kurse angeboten oder vermittelt, wenn eine günstige Partnerschaft dafür gewonnen werden kann. Im letzten Jahr nahmen 10 Jugendliche an einem Computergrundkurs teil, den eine befreundete Organisation anbot. Allerdings erreichten aus unterschiedlichen Gründen nicht alle den Abschluss. Ein Kurs, der kunsthandwerkliche Fertigkeiten lehrte, verbunden mit Gesprächsrunden und Informationen über Möglichkeiten der Vermarktung, konnten wegen Mangel an Geld nicht zu Ende geführt werden, soll aber im neuen Jahr wieder aufgegriffen werden.

 



 
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