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Den Fischern bleibt die Schlacke. Erfolgreiche Hauptversammlung für Luis Carlos Oliveira und Kritische Aktionäre.
Der brasilianische Fischer Luis Carlos Oliveira verlangte bei der gestrigen Aktionärsversammlung der ThyssenKrupp AG in Bochum die ökologische Wiederherstellung der Bucht von Sepetiba und eine Entschädigung für die Verdienstausfälle der Fischer, die vom Bau des Stahlwerks von ThyssenKrupp betroffen sind. "ThyssenKrupp beutet das hochwertige Erz aus, uns lassen sie die Schlacke", sagte Oliveira. Ein Spielzeug-Fisch, den Oliveira im Anschluss an seine Rede dem Vorstandsvorsitzenden Ekkehard Schulz überreichte, soll die Konzernführung an die Forderungen der Fischer erinnern.
Die 8000 unmittelbar betroffenen Fischer in der Bucht von Sepetiba leiden seit Beginn der Bauarbeiten von ThyssenKrupp Companhia Siderúrgica do Atlântico (TKCSA) unter einem Rückgang der Fangmengen um bis zu 80 Prozent. "Wir wollen wieder in der Bucht von Sepetiba fischen können", forderte Oliveira. Aufgrund von Morddrohungen von Milizionären, die mutmaßlich bei dem Werkschutz der Gruppe ThyssenKrupp angestellt sind", so ein Dokument des brasilianischen Menschenrechtssekretariats, muss sich Oliveira in Brasilien versteckt halten. "Ich lebe weit weg von meiner Familie in wechselnden Bundesstaaten und kann meinem Beruf nicht nachgehen", sagte der Fischer.
Der Vorstand von ThyssenKrupp wies jede Verantwortung von sich. Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, der den Fischer Oliveira zur Aktionärsversammlung eingeladen und ihm Stimmrechte übertragen hatte, ist wenig überrascht von dieser Haltung. "ThyssenKrupp versucht sich den Anstrich eines sozial und ökologisch verantwortungsvollen Konzerns zu geben, aber dieses Bild hat mit der Realität nicht viel zu tun. Wir werden daher die Aktivitäten von ThyssenKrupp weiter kritisch beobachten und unterstützen die Forderungen der Fischer nach Entschädigung und Beseitigung der durch das Stahlwerk angerichteten Umweltschäden."
Oliveira und VertreterInnen der ihn unterstützenden Organisationen bezeichneten die Teilnahme an der Hauptversammlung trotz der Haltung der Konzernverantwortlichen als "großen Erfolg". "ThyssenKrupp kann jetzt jedenfalls nicht mehr sagen, sie wüssten von den Vorwürfen nichts", sagte Karina Kato von der brasilianischen Nichtregierungsorganisation PACS. "Ermutigend ist das große Medieninteresse an dem Fall. Wir sind zuversichtlich, dass sich ThyssenKrupp dem öffentlichen und politischen Druck mittelfristig nicht entziehen kann", erklärte Christian Russau vom bundesweiten Netzwerk der Brasilien-Solidaritätsgruppen (KoBra).
Am 27. Januar wird sich der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ) des Deutschen Bundestags mit der Angelegenheit befassen.
Für Interviews stehen zur Verfügung:
Luis Carlos Oliveira, Vertreter der Fischervereinigung APESCARI, Region Canto dos Rios
Karina Kato, Mitarbeiterin des Instituts Políticas Alternativas para o Cone Sul (PACS), Rio de Janeiro (beide erreichbar über Christian Russau)
Christian Russau, Vorstandsmitglied des bundesweiten Netzwerks der Brasilien-Solidarität, Kooperation Brasilien (KoBra) aus Freiburg, Tel. 0171 - 209 55 85 und
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Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Tel. 0221/5995647, Mobil-Tel. 0173 - 713 5237, Email:
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Informationen im Internet:
Der Gegenantrag des Dachverbands der Kritischen Aktionäre und die Reden der oben genannten Personen auf der Hauptversammlung sind einsehbar unter
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Kooperation Brasilien: www.kooperation-brasilien.org
Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika http://fdcl-berlin.de
Institut Políticas Alternativas para o Cone Sul (PACS) www.pacs.org.br
Institut Políticas Alternativas para o Cone Sul (PACS) Kooperation Brasilien (KoBra) Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre
Pressemitteilung Nr. 2/2010 Rio de Janeiro/Berlin/Freiburg/Köln, 22. Januar 2010 |