entre terra"Zwischen Erde und Meer" - Transatlantische Kunst

Eine Ausstellung mit den Künstlern Ayrson Heráclito (Salvador da Bahia, Brasilien) und Rigo 23 (Madeira, Portugal und Los Angeles, USA)
12. Oktober 2017 - 26. August 2018

Das Weltkulturen Museum präsentiert zeitgenössische politisch-poetische Interventionen und Werke der international bekannten Künstler Ayrson Heráclito und Rigo 23. Die Ausstellung bildet einen Höhepunkt in der langjährigen Beschäftigung des Museums mit afro-brasilianischen und indigenen Aspekten in Kunst und Kultur Brasiliens und setzt neue Impulse hinsichtlich der aktuellen Wahrnehmung transatlantischer Kunstprozesse zwischen Afrika, Europa und Amerika. Hierzu gehört besonders die Begegnung der Künstler mit Sammlungsobjekten aus Südamerika und Afrika. Ihre Auswahl spiegelt ihre eigenen Sichtweisen und Schwerpunkte wieder und wird in der Ausstellung zu sehen sein.

In raumgreifenden Installationen, Videoarbeiten, Fotografien, Skulpturen und Performances thematisieren beide Künstler die einst von Europa ausgehende und immer noch wirksame unsichtbare Kraft historischer Ereignisse aus Zeiten von Sklaverei und Kolonialherrschaft. Bis heute zwingt das transatlantische, transtemporale „Dazwischensein“ die Nachfahren amerikanischer Sklaven in der Diaspora ebenso wie indigene Guaraní in den Ballungsräumen Südamerikas zu einem Leben im Transit. Rigo 23 realisiert mit partizipativen Methoden Kunstprojekte mit Guaraní in Südamerika. Die transformative Qualität der im Dialog entwickelten Werke spiegelt Kreativität und Spiritualität der Guaraní wider und zeugt von politischer Kraft. Es wird deutlich, dass sogenannte Marginalisierte immer auch Akteure waren und sind. Ayrson Heráclito verbindet seine Kunst mit der Ästhetik urbaner afro-brasilianischer Kultur und Religion, die er als Ausdrucksform einerseits von Widerstand und andererseits von Selbstbehauptung und Bewahrung der Kultur der Sklaven herausstellt.

Beide Künstler machen deutlich, dass Kultur und Kunst, und hier insbesondere das Moment der Transformation, das (Über-)Leben im Transit ermöglichen. Mit dem Blick aus Frankfurt auf die Welt wird Weltpolitik in Geschichte und Gegenwart auf lokalen Ebenen sichtbar gemacht.

Die Ausstellung wird ergänzt durch Leihgaben des Museu Berardo (Lissabon), der Galeria Tapeçarias de Portalegre (Lissabon) sowie aus den Privatsammlungen der beiden Künstler.

7€ / ermäßigt 3,50€
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei!
Di-So, 11-18 Uhr und Mi, 11-20 Uhr
Weltkulturen Museum, Schaumainkai 29, 60594 Frankfurt am Main