dompedro 1
„Minhas causas valem mais do que a minha vida.“

„Meine Anliegen sind wertvoller als mein Leben.“

Ein Zitat von Pedro Casaldáliga, der am 8. August 2020 im Alter von 92 Jahren verstarb: Ein Nachruf.

 

 

 

 

“A injustiça tem um nome nesta terra: latifúndio. E o único nome certo do desenvolvimento aqui é a reforma agrária.”
„Die Ungerechtigkeit in diesem Land hat einen Namen: Großgrundbesitz. Und der einzige zutreffende Name für die Entwicklung heißt Agrarreform.“

Pedro Casaldáliga

Inhalt:

 


Immer auf der Seite der Unterdrückten

Erstmals trafen wir uns im Jahr 1982 in São Félix do Araguaia, es sollten weitere Begegnungen folgen. Nachdem ich zu Beginn meiner Brasilien-Solidaritätsarbeit bereits Dom Hélder Câmara in Recife kennengelernt hatte, wollte ich auch Dom Pedro Casaldáliga als einen weiteren Verfechter der Befreiungstheologie treffen und mehr Einblick in die Umsetzung dieser Sichtweise bekommen. Seine gleich zu Beginn freundliche Aufnahme, seine Unkompliziertheit, aber auch seine äußere Erscheinung mit seinen „chinelos,“ einfachen Badeschlappen, beeindruckten mich.

dompedro 2Wer war dieser Mann, der von einem weit abgelegenen Dorf im Landesinnern des Bundesstaates Mato Grosso nicht nur in theologischer Hinsicht für viele Menschen wegweisend werden sollte, und was machte seine Faszination aus?

Kämpfer, Poet, Heiliger

Unerschrocken, furchtlos, prophetisch erhob er über Jahrzehnte seine Stimme gegen herrschende Ungerechtigkeiten.
Aus Katalonien stammend, Angehöriger des Claretiner-Ordens, kam er 1968 nach São Félix do Araguaia, einem verschlafenen Ort mit seinen damals 600 Einwohnern, am Araguaia-Fluss gelegen. Noch gab es bis dahin nicht einmal eine Schule geschweige denn einen Gesundheitsposten. Es war eine Gegend, in der neben Kleinbauernfamilien auch Indigene vom Volk der Xavantes, Tapirapés und Karajás lebten.

Die 1964 an die Macht gekommenen Militärs hatten damals beschlossen, im Rahmen eines „Entwicklungsprogramms“ Land an große landwirtschaftliche Unternehmen zu vergeben, Landkonflikte waren vorprogrammiert. Dom Pedro Casaldáliga sah die Entwicklung voraus, stellte sich von Beginn an auf die Seite der Armen gegen die Großgrundbesitzer bzw. die Agroindustrie. Als er 1971 zum Bischof ernannt wurde, veröffentlichte er gleich zu Beginn ein Dokument, in dem er die Machenschaften der Großgrundbesitzer im Zusammenspiel mit den Militärs anprangerte: „Eine amazonische Kirche im Konflikt mit dem Großgrundbesitz und die soziale Marginalisierung“. Heimlich gedruckt und verbreitet, zeigte er hierin die dramatische Situation der Kleinbauern und Indigenen auf und forderte eine grundlegende Agrarreform. Einer Ausweisung durch die Militärs entging er nur durch die Intervention des damaligen Papstes, Paul VI. Was Casaldáliga 1971 schrieb, ist bis heute aktuell.

In den nachfolgenden Jahren erhob er immer wieder sein Stimme. Er wirkte bei der Gründung der Landarbeiterpastoral CPT im Jahr 1975 mit, aus der einige Jahre später die Landlosenbewegung MST (1985) hervorging, und war an der Entstehung des Indianermissionsrates CIMI beteiligt (1972). Beide Organisationen, der brasilianischen Bischofskonferenz unterstellt, stehen kompromisslos auf der Seite der  Kleinbauern und Indigenen.
Gelebtes Christentum hieß für Dom Pedro permanenter Einsatz für die Menschenrechte, das Anprangern von Sklaverei und Ausbeutung, ein Einsatz  für die Rechte der Landlosen und Indigenen. Damit riskierte „Pedro“, wie er von den Menschen
voller Zuneigung genannt wurde, sein Leben. Er wurde als Kommunist gebrandmarkt, erhielt immer wieder, bis ins hohe Alter, Morddrohungen. 1976 musste er miterleben, wie an seiner Seite sein Priesterkollege João Bosco Burnier erschossen wurde.

dompedro 3Auch innerhalb der katholischen Kirche hatte er seine Widersacher. Vielen ging er, obwohl er immer für gewaltfreien Widerstand plädierte, in seinen Aussagen zu weit.  Mit den Jahren jedoch nahm der Respekt innerhalb des Klerus zu. Mit seiner bescheidenen, zurückhaltenden Art gelang es ihm, so manchen konservativen Bischof auf seine Seite zu ziehen, für sein Anliegen zu gewinnen. Nicht zuletzt beeindruckte er durch seinen einfachen Lebensstil. Sein „Bischofssitz“ war einfach, schlicht, entsprach den Behausungen der „normalen Bevölkerung“. Es war ein einfacher Backsteinbau, das Dach mit Eternitplatten bedeckt, die die Hitze noch verstärkten, im Inneren viele Objekte und Fotos. Sein Zimmer schlicht, ein einfaches Bett, ein Schreibtisch. Im hinteren Bereich des Innenhofes gab es für die Meditation und die täglichen Gebete einen Platz und im Gedenken an den in den 1980er Jahren von Militärs in San Salvador ermordeten Priester Ignacio Ellacuría und den Bischof von Salvador, Oscar Romero, eine kleine Gedenkecke. Sein Haus war ein „offenes Haus“ – welch ein Unterschied zu deutschen Verhältnissen -  ,er hatte immer ein offenes Ohr für die vielfältigsten Anliegen. Seine Beliebtheit bei der Bevölkerung war außergewöhnlich, spürbar. Pedro war einer von ihnen. Nie werde ich vergessen, wie er bei einer „Volksversammlung“ („assembleia do povo“), einem Schulungs-Wochenende, die anstehenden Dienste wie Toilettenreinigung genauso ausführte wie alle anderen auch und mit uns im Gemeinschaftssaal in einer Hängematte schlief wie jeder andere Teilnehmer – obwohl seine Wohnung nur wenige Minuten entfernt lag. Er ging nicht auf Distanz und zeigte auch immer wieder seinen Sinn für Humor.

dompedro 4Auch äußerlich zeigte Pedro als Bischof seine Solidarität mit den Unterdrückten: Auf die klassischen Symbole eines Bischofs verzichtete er. Er ersetzte Mitra und Bischofsring durch einen Sertanejo-Strohhut und einem Tucum-Ring, ein Geschenk der Tapirés-Indianer.  Dieser Rind sollte alsbald das Symbol der Befreiungstheologie werden, ein Zeichen für die Solidarität mit den Armen und Ausgeschlossenen sowie dem Anliegen der indigenen Völker.

Neben seinem theologisch-politischem Engagement schrieb Pedro Bücher und Gedichte. Seit 2003 begleitete ihn die Parkinson-Krankheit, die er humorvoll als seinen „Bruder Parkinson“ bezeichnete. Bis kurz vor seinem Tode verfolgte er dennoch aufmerksam das Tagesgeschehen.  

Persönlich bin ich dankbar, dass ich Dom Pedro mehrmals in São Félix do Araguaia begegnen konnte und miterleben durfte, wie er von der Bevölkerung geliebt wurde (ja, man kann dies so ausdrücken). Sein zutiefst bescheidenes, tiefgläubiges Auftreten beeindruckte, hinterließ Spuren. Mit ihm verliert die Befreiungstheologie, heute auch vielen Brasilien-Bewegten nur noch am Rande ein Begriff, eine ihrer wichtigsten Stimmen, einen Menschen, der die „Option für die Armen“ wörtlich nahm, sie lebte. Vielleicht bewirkt sein Tod, dass sich wieder mehr Menschen mit seiner Vorstellung von einer gerechten Gesellschaft, seinem Einsatz für die Indigenen, für die Kleinbauern, seinem  „christlichen Sozialismus“ beschäftigen, sich engagieren und so Pedros Traum weiterführen.

Homenagem a Dom Pedro (sechs Minuten)
Pedros Biographie sowie seine Publikationen sind hier zu finden.

Obrigado! Dom Pedro vive para sempre!

Günther Schulz

dompedro 5Pedro wurde am 12.August 2020 gemäß seinem Wunsch in São Félix do Araguaia auf dem “Cemitério Karajá”, dem Friedhof der Karajá,  beerdigt. Hier ruhen Indigene und Landarbeiter, die oftmals bei Auseinandersetzungen um Land ermordet wurden.

 

 

 

 

 

 

Dom Pedros Grab

 

 
 
 

Das Münsteraner Forum für Theologie und Kirche  hat nachfolgende Texte von und über Pedro Casaldaliga zusammengestellt.

Texte über Pedro Casaldaliga

Dom Pedros "Bischofspalast"

  • domPedroPalast10
  • domPedroPalast11
  • domPedroPalast12
  • domPedroPalast13
  • domPedroPalast14
  • domPedroPalast15
  • domPedroPalast01
  • domPedroPalast02
  • domPedroPalast03
  • domPedroPalast04
  • domPedroPalast05
  • domPedroPalast06
  • domPedroPalast07
  • domPedroPalast08
  • domPedroPalast09
 

Zitate

Chamar-me-ão de subversivo
Eu responderei incisivo:
O sou. Pelo meu povo que luta,
Pelo meu povo que trilha apressado
Caminhos de sofrimento.
Eu tenho fé de guerrilheiro
E amor de revolução.

Ser o que se é
Falar o que se crê
Crer no que se prega
Viver o que se proclama
Até as últimas consequências

Malditas sejam todas as cercas!
Malditas todas as propriedades privadas que
nos privam de viver e de amar!
Malditas sejam todas as leis,
amanhadas por umas poucas mãos,
para ampararem cercas e bois
e fazerem da terra escrava
e escravos os homens!

Ao final do caminho me dirá
E tu, viveste? Amaste?
E eu, sem dizer nada,
Abrirei o coração cheio de nomes

“Eu morrerei em pé, como as árvores/Me matarão em pé. O sol, testemunha maior, imprimirá seu lacre/sobre meu corpo duplamente ungido. De golpe, com a morte/se fará verdade a minha vida/Por fim, terei amado!”

Pedro Casaldáliga

 

1988 stellte sich Dom Pedro in der eineinhalb stündigen Fernsehsendung „Roda Viva“ den Fragen von Journalisten. Ebenfalls eine sehr gute Möglichkeit die Denk-und Sichtweise von Pedro kennen zu lernen: https://youtu.be/n1ppEJxr6m8

Videos zu Dom Pedro

Gloria Casaldaliga:
https://www.youtube.com/watch?v=7eRtznQ-1VU&feature=youtu.be

Homenagem a Dom Pedro – sechs Minuten
https://www.youtube.com/watch?v=4W-cWM-m6C8

Pedro erklärt Bedeutung des Tucum-Ringes - Kurzversion ca. Sieben Minuten
https://www.youtube.com/watch?v=hDFdBQkpk38

Excerto do filme "O Anel de Tucum", produzido pela VerboFimes (com a devida vénia) em 1994. O companheiro Pedro Casaldáliga, bispo da Prelazia de S. Félix do Araguaia (MT), explica o significado do anel preto que muitos de nós usamos como sinal de opção pelos mais pobres, no sentido da sua LIbertação integral.
https://www.youtube.com/watch?v=55blfFGeyPc

1988 stellte sich Dom Pedro in der eineinhalb stündigen Fernsehsendung „Roda Viva“ den Fragen von Journalisten. Ebenfalls eine sehr gute Möglichkeit die Denk-und Sichtweise von Pedro kennen zu lernen:
https://youtu.be/n1ppEJxr6m8

PEDRO, PROFETA DA ESPERANÇA - Documentário da Verbo Filmes sobre Dom Pedro Casaldáliga
https://www.youtube.com/watch?v=hYK33xsBYeY

Descalço sobre a Terra Vermelha - Pedro Casaldáliga - Link para filme oficial
https://www.youtube.com/watch?v=NavTc94jYBw

MISSA DA TERRA SEM MALES
Texto: Dom Pedro Casaldáliga e Pedro Tierra
Música: Martín Coplas
http://www.servicioskoinonia.org/Casaldaliga/poesia/terra.htm

 

Ausgewählte Nachrufe auf portugiesisch

Amigos e amigas,

O corpo  de Pedro chegou a São Felix pelas 18 horas, Foi a ultima etapa da grande peregrinação. Hoje pela manhã foi celebrada missa em Ribeirão Cascalheira. De lá, pelo meio dia, partiu o cortejo para São Félix. No caminho o cortejo parou em Bom Jesus do  Araguaia, onde no inicio da cidade o povo se incorporou ao cortejo até a saída.18 km adiante o corpo chegou em Serra Nova onde a comunidade o esperava na Igreja. Ali entre oraçoes e cântico shouve momentos emocionantes de falas do povo. O cacique Damião dos Xavante tambem la chegou e falou da tristeza com a morte de Pedro, o companheiro de luta, assim ele qualificou  o bispo. Serra Nova é um lugar histório. Quando Pedro aceitou sua nomeação episcopal ele estava participando da Campanha Missionária que lá se desenrolava. El foi tocaiado por pistoleiros e recebeu diversas outras amaeaças de morte. Foi em Serra Nova num barraco de palha  que ele acabou de redigir a famosa carta pastoral Uma Igreja da Amazônia em Conflito com o Latifúndio e a Marginalização Social, à luz de lampeão e numa pequena maquina descrever portatil Olivetti.
De Serra Nova o cortejo seguiu para São Félix onde era esperado com todos os cuidados que a pandemia exige. Um batalhão de pessoas recebem as pessoas, oferecem-lhes o alcool gel e máscaras caso alguém não tenha ou se achar oportuno substituir a que carrega.
Os padres agostinianos que acompanharam Pedro em seus últimos anos na doença todos vieram para dele se despedir. Pessoas das comunidades também vieram em pequeno númesro devido às restrições impostas pela pandemia. Agora à noite vai ser celebrada uma vigilia e amanhã cedo se iniciam os ritos de despedida, com missa.Terminada a missa o corpo sera levada ao cemitério que não fica longe do Centro Comunitário onde o corpo está sendo velado. Ao lado de indios karajá, dos primeiros moradores que faleceram em São Félix, de dezenas e dezensas de crianças que morreram por falta de atendimento adequado e de várias dezenas de peões sem nome, sem qualquer identidadem Pedro vai repousar do jeito que ele queria. Descalço vestindo uma túnica brança e uma estola nicaraguense, pobre como viveu vai ser sepultado. Os protocolos da pandemia impedem que a celebração se prolongue e que muitissinas pessoas que desejariam se expressar o  façam.

Um grande abraço a todas e todos Canuto (CPT – Comissão Pastoral da Terra), 11.07.2020

 

Der Theologe Leonardo Boff

verwendete die Verse von Dom Pedro Casaldáliga, um die Botschaft des Bischofs zusammenzufassen.

"Diese wenigen Verse gelten für so viele, die den heiligen Namen Gottes vergeblich verwenden: 'Wo du Gesetz sagst, sage ich Gott. Wo du Frieden, Gerechtigkeit, Liebe sagst, sage ich Gott. Wo du Gott sagst. Ich sage, Freiheit, Gerechtigkeit, Liebe ".

Já o teólogo Leonardo Boff, usou os versos de Dom Pedro Casaldáliga para resumir a mensagem deixada pelo bispo. "Estes poucos versos valem para tantos que usam o santo nome de Deus em vão: 'Onde tu dizes lei, Eu digo Deus. Onde tu dizes paz, justiça, amor, Eu digo Deus. Onde tu dizes Deus. Eu digo, liberdade, justiça, amor".

 

Die Familie von Pedro Casaldáliga verabschiedete sich von ihm mit folgendem Video: Gloria Casaldaliga

As irmãs, sobrinhas e toda a família Casaldàliga, queremos expressar a nossa tristeza pelo falecimento do Bispo Pedro.Ao mesmo tempo, nos consola saber que, apesar da doença que sofreu nos últimos tempos, ele foi acompanhado e cuidado por seu povo.  Desde aqui, queremos agradecer de coração a todos e todas que cuidaram dele.Com a certeza de que ele já está na ‘Casa do Pai, lembramos seu belo verso:

“No final do caminho, me dirão
você viveu? você amou?
e eu, sem dizer nada,
abrirei meu coração cheio de nomes.“

Será realizado um funeral na Paróquia de Balsareny, onde ele foi batizado.Também a Comunidade Claretiana e a Associação Araguaia com o Bispo Casaldáliga organizarão um funeral em Barcelona.Anexamos a lembrança de despedida da família.
Família do Bispo Pedro Casaldáliga 9/8/2020

Nachfolgend der Text aus dem Video in portugiesiscehr Sprache:

Caro irmão e tio,
Nós nos dirigimos a você assim, como temos feito ao longo de nossas vidas, em todas as cartas que escrevemos uns aos outros.
Você sempre disse 'vivo ou ressuscitado' e embora tenhamos a certeza de que você já é um ressuscitado na Grande Casa do Pai, sentimos grande tristeza.
Os últimos anos de sua vida foram muito difíceis para todos nós que o amamos. O irmão Parkinson, como você disse a ele, estava dominando seu corpo e, nos últimos tempos, tem sido muito difícil para nós aceitar seus problemas de comunicação. Precisamente a comunicação era uma das suas virtudes. Mas mais uma vez, você tem sido um exemplo. Você nunca reclamou. Mais uma prova que demonstra sua grande humanidade e espiritualidade.
Conforta-nos que, como desejaste, pudeste morrer em casa com as pessoas que tanto amou e tanto amou, rodeado pela vegetação da ‘floresta’ do Araguaia e pela música dos pássaros. Agradecemos sinceramente a todos aqueles que cuidaram de você.
Mesmo a distância, você sempre esteve muito perto de nós.  Lembramos das cartas que você nos enviou, nas quais em poucas palavras você nos disse muitas coisas. Depois com gravações em cassete, pelo telefone, e nos últimos anos por e-mail. Nunca se esqueceu de parabenizar os santos e aniversários e ficar atento nos cuidados  da sua mãe, dos seus irmãos, das meninas, do resto da família, do povo e do país. Você também nos deu encomendas:  ir visitar a Nossa Senhora do Castelo, Montserrat, e você nunca esqueceu da Casa de Candàliga. Tambem nao faltaram versos para as primeiras comunhões, despedidas e outros momentos importantes.
As duas viagens a Roma, onde a família pôde abraçá-lo após 20 anos, foram um grande presente. O primeiro em 1988, o reencontro dos quatro irmãos e  algumas de nós o vimos pela primeira vez.
Além disso, pudemos compartilhar celebrações familiares. Lembramos com muito amor a celebração da comunhão de Edgar, Meritxell e Elisenda nas catacumbas de Santa Priscila e o batismo do Pere em Roma, os casamentos de Fátima e João no México e Cristina e Pere em São Félix do Araguaia. E a alegria que a chegada de Alexandre trouxe para a família.
Felizmente, também pudemos viajar várias vezes a São Félix e conviver juntos, estabelecendo um vínculo ainda mais intenso com você, seu povo e suas lutas.
Como um bom filho de Balsareny, você tem sido um incansável mensageiro (traginer) da esperança. Nós, junto com as organizações que você inspirou, continuaremos apoiando suas CAUSAS, que são mais válidas hoje do que nunca, e persistiremos nessa esperança.
Se diz que a vida nos dá e nos leva. Temos sorte de ter você como referência, mas de agora em diante nos sentimos órfãos. Nós sentimos muito sua falta!

Agradecemos a Deus por nos dar o dom de tê-lo entre nós. Tentaremos, todos os dias, ser dignas disso!

Até  sempre. Nós te amamos muito!

Morre dom Pedro Casaldáliga, o bispo do chapéu de palha que enfrentou latifundiários na Amazônia

Velório ocorrerá em Batatais (SP), Ribeirão Cascalheira (MT) e São Félix do Araguaia (MT)
FOLHA de São Paulo 9.8.2020
Dom Pedro Casaldáliga, o bispo catalão que dedicou e arriscou a vida na defesa dos posseiros e dos indígenas da Amazônia, morreu neste sábado (8) às 9h40, em Batatais (SP), aos 92 anos.
?Um dos líderes mais influentes da Igreja Católica no Brasil e na América Latina das últimas décadas, dom Pedro foi uma voz incansável contra o latifúndio e em favor da reforma agrária. De sua prelazia, participou, ao lado de outros bispos progressistas, da criação do Conselho Missionário Indigenista (Cimi) e da Comissão Pastoral da Terra (CPT).

Seu velório acontecerá em três locais. Em Batatais, neste sábado, a partir das 15h, na capela do Claretiano. Em Ribeirão Cascalheira (MT), onde o corpo será velado no Santuário dos Mártires, a partir de 10 de agosto. E em São Félix do Araguaia (MT), sua cidade adotiva, onde o velório será no Centro Comunitário Tia Irene e onde o corpo será sepultado. A missa de exéquias será celebrada em 9 de agosto, às 15h, em Batatais, e será transmitida pela internet. Dom Pedro Casaldáliga morreu devido a uma infecção respiratória que evoluiu para embolia pulmonar. O teste para Covid-19 deu negativo. Ele estava internado há mais de uma semana e foi levado para Batatais na terça-feira (4).

A sua trajetória no Brasil começou em 1968, quando a busca para servir os mais pobres e injustiçados o levou a trocar a Espanha franquista por São Félix do Araguaia, então um povoado de 600 habitantes no interior de Mato Grosso.

A viagem por terra desde o interior de São Paulo durou uma semana. Logo no primeiro dia, o missionário claretiano encontrou quatro corpos de bebês mortos, acomodados em caixas de sapato diante de sua casa para que fossem enterrados.
“Ou vamos embora daqui agora mesmo ou nos suicidamos ou encontramos uma solução para tudo isto”, disse ao seu companheiro missionário Manuel Luzón, segundo a biografia autorizada “Descalço sobre a Terra Vermelha” (Unicamp), do jornalista Francesc Escribano, principal fonte de informações para este texto.
Esses primeiros anos foram de aprendizado sobre a dura realidade local. Em longas viagens de barco e por estradas precárias para chegar a comunidades isoladas, ele improvisava missas com cachaça e bolacha no lugar do vinho e da hóstia.
As condições miseráveis da população, na maioria retirantes do Nordeste, e os abusos cometidos por grandes fazendeiros respaldados pela ditadura militar causaram profunda indignação em dom Pedro. Adepto da ação e admirador do revolucionário argentino Che Guevara, incentivava ações de resistência de posseiros, como derrubadas de cerca dos grandes proprietários.
Em 1970, o padre escreveu o primeiro de vários textos-denúncia que o tornaram conhecido no Brasil e no exterior. “Escravidão e Feudalismo no norte de Mato Grosso”, que descrevia os desmandos na região, foi enviado a autoridades da Igreja e do governo e motivou as primeiras acusações de que era agente comunista.
No ano seguinte, o papa Paulo 6º o nomeou bispo da prelazia de São Félix. Na cerimônia, à beira do rio Araguaia, substituiu a mitra e o báculo por um chapéu de palha e o anel de tucum (palmeira amazônica), presente dos índios tapirapés. Logo, o anel se tornaria o símbolo da adesão à Teologia da Libertação, corrente influenciada pelo marxismo que defende uma igreja próxima dos pobres. Nessa época, dom Pedro publicou o seu texto mais conhecido, “Uma Igreja da Amazônia em conflito com o Latifúndio e a marginalização social”, no qual fazia uma minuciosa denúncia contra grandes proprietários de terra. “Se ‘a primeira missão do bispo é a de ser profeta’, e o profeta é a voz daqueles que não têm voz (card. Marty), eu não poderia, honestamente, ficar de boca calada ao receber a plenitude do serviço sacerdotal”, escreveu na introdução.
Dom Pedro chamou de “absurdas” as dimensões dos latifúndios da região, listando-os um a um. “A injustiça tem um nome nesta terra: latifúndio. E o único nome certo do desenvolvimento aqui é a reforma agrária.”

O desafio aos latifundiários colocou sua vida em perigo em vários momentos. Na primeira tentativa de assassinato, em 1971, um pistoleiro confessou ao bispo que havia sido contratado para matá-lo. Com a ajuda da igreja, ele fez a denúncia à polícia e fugiu da região. O episódio mais sangrento aconteceu em outubro de 1976 no povoado de Ribeirão Bonito, hoje a cidade de Ribeirão Cascalheira (MT). Dom Pedro e o padre jesuíta João Bosco Penido Burnier foram até a delegacia tentar resgatar duas mulheres que estavam sendo torturadas. Na discussão com policiais, o companheiro do bispo levou uma coronhada e morreu com um tiro à queima-roupa na nuca.

No plano nacional, a relação com a ditadura militar tampouco foi fácil. Crítico feroz do regime, só escapou de ser expulso por intervenção direta do papa Paulo 6º. Com medo de ter a entrada ao país negada, só viajou ao exterior após a redemocratização. Morreu, aliás, sem jamais ter voltado a sua Catalunha natal. O redemocratização, nos anos 1980, aliviou a tensão em São Félix, mas a ascensão do papa polonês João Paulo 2º, um opositor do comunismo, estremeceu suas relações com o Vaticano. A aproximação com a Nicarágua sandinista e com a Cuba de Fidel Castro, com quem se encontrou, provocaram atritos. Desta vez, o bispo de São Félix escapou de ser punido graças à intervenção da CNBB (Conferência Nacional dos Bispos do Brasil). Em 2003, ao completar 75 anos, dom Pedro apresentou sua carta de renúncia ao papa João Paulo 2º, como prevê o protocolo. Nessa época, já sentia os efeitos do “irmão Parkinson”, como ele brincava, doença que ao longo dos anos lhe tirou os passos e depois a voz. Mesmo assim, nunca abandonou São Félix, hoje com 11 mil habitantes.

O legado de dom Pedro não se resume à luta contra a injustiça social. Escritor e poeta, é autor de diversos livros, alguns publicados apenas na Espanha, onde também é reconhecido como influente liderança católica. Em um de seus poemas sobre a morte, escreveu: “Eu morrerei em pé, como as árvores/Me matarão em pé. O sol, testemunha maior, imprimirá seu lacre/sobre meu corpo duplamente ungido. De golpe, com a morte/se fará verdade a minha vida/Por fim, terei amado!”

Políticos e personalidades lamentam a morte de dom Pedro Casaldáliga

A CNBB (Conferência Nacional dos Bispos do Brasil) divulgou nota de pesar. "Dom Pedro marcou sua vida pela solidariedade em relação aos mais pobres e sofridos, fazendo de seu ministério, sua poesia e sua vida um canto à solidariedade. Preocupado em 'nada possuir, nada carregar, nada pedir, nada calar e, sobretudo, nada matar', contempla agora o Deus da Vida, a quem buscou servir em cada pobre, em cada sofredor", diz a nota.

O Conselho Indigenista Missionário (CIMI) também divulgou nota lamentando a morte de dom Pedro Casaldáliga. "O Conselho Indigenista Missionário (Cimi) vem manifestar o seu pesar pela partida deste homem que, em sua simplicidade, sabia acolher como ninguém os pequenos de Deus. Foram décadas de compromisso com a luta do povo, defendendo e amplificando a voz dos indígenas, dos camponeses, dos negros, das mulheres e dos mais esquecidos", afirma a nota.

João Pedro Stedile, dirigente do MST (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra), afirmou que é um dia triste para o povo brasileiro. "Em particular para os movimentos do campo e as pessoas de fé. Perdemos um profeta e poeta. Um homem que viveu intensamente com seu povo, coerente com o evangelho", afirmou.

"Dom Pedro Casaldáliga acabou de nascer para Deus. Dizia: a alternativa cristã é a vida ou a ressurreição. Vive na memória de todos os pobres que defendeu, dos martirizados pelo latifúndio, nos libertos da opressão e em nossa fé e em nossa esperança que ele nos fortaleceu", escreveu o teólogo e filósofo Leonardo Boff.

O ex-presidente Lula (PT) também lamentou a morte do bispo. "Nossa terra, nosso povo perde hoje um grande defensor e exemplo de vida generosa na luta por um mundo melhor, que nos fará muita falta."

"Um homem de esperança em meio à injustiça que envergonha a todos nós que lutamos por dias melhores. Dom Pedro é símbolo do sonho, da defesa dos direitos do povo brasileiro e dos nossos povos originários da Amazônia", escreveu a ex-presidente Dilma Rousseff (PT).

Flávio Dino (PC do B), governador do Maranhão, prestou homenagens ao bispo. "Um grande e verdadeiro patriota do povo brasileiro, que agora está no Reino."

"Brasil perdeu hoje um grande lutador. Seu trabalho importante na defesa dos povos indígenas seguirá sendo exemplo para todos, ainda mais nestes tempos de ataques aos povos tradicionais", afirmou o ex-ministro Ciro Gomes (PDT).

O vereador Eduardo Suplicy (PT) afirmou que recebeu a notícia da morte com pesar. "Notável defensor dos direitos humanos, em especial dos povos indígenas. Bispo prelado em São Félix do Araguaia, d. Pedro dedicou sua vida à proteção dos mais pobres e ao enfrentamento dos poderosos", disse.

O deputado federal Marcelo Freixo (PSOL-RJ) afirmou que dom Pedro Casaldáliga foi uma referência para ele na defesa do direito dos excluídos. "Que sua história de coragem e amor ao próximo siga inspirando a todos nós democratas na luta contra o autoritarismo, a opressão e a exploração do povo brasileiro."

"Notícia muito triste. Faleceu Dom Pedro Casaldáliga, uma história de vida dedicada às lutas populares. Uma grande perda para todas e todos os lutadores brasileiros. Nossos sentimentos aos amigos e familiares", afirmou o deputado federal Ivan Valente (PSOL-SP).

"Um exemplo de caridade, doação e comprometimento com os mais pobres e excluídos. Um sábado de muita tristeza e lembranças de um dos maiores aliados na luta pelos direitos do nosso povo. Descanse em paz", afirmou o deputado Alessandro Molon (PSB-RJ).

"Dom Pedro Casaldáliga sempre foi um exemplo de homem digno, um bispo coerente com os ensinamentos do Evangelho, na defesa dos mais humildes. Sempre será lembrado na história de luta do povo brasileiro", disse João Carlos, o Juruna, da Força Sindical.

Dom Leonardo Steiner, arcebispo de Manaus, definiu dom Pedro, de quem era muito próximo, como "místico, poeta, jornalista, bispo, amante dos pobres, ele mesmo pobre entre os pobres". Em 2005, ele substituiu o catalão como o segundo bispo prelado de São Félix do Araguaia, onde ficou até 2011. "Deu sua vida guiado pelo bem, pela verdade, pelo amor", acrescentou. "Deixou-se fazer sertanejo sem deixar de ser catalão."

A trajetória de dom Pedro Casaldáliga

1928 - Pere Casaldàliga i Pla nasce no dia 16 de fevereiro, em Balsareny, província de Barcelona, na Catalunha (Espanha)

1943 - Casaldàliga ingressa na Congregação Claretiana (Congregação dos Missionários Filhos do Imaculado Coração de Maria)

1952 - É ordenado sacerdote em Montjuïc, Barcelona

1968 - Muda-se para São Félix do Araguaia, em Mato Grosso, para fundar uma missão claretiana no Brasil

1971 - É nomeado bispo da prelazia de São Félix do Araguaia

1976 - Ao verificar uma denúncia de tortura na delegacia do povoado de Ribeirão Bonito (MT), Casaldàliga foi ameaçado pelos policiais. O padre jesuíta João Bosco Burnier, que o acompanhava, foi morto com um tiro na nuca

1988 - Foi convocado pelo Vaticano para visitar o papa João Paulo 2º e dar explicações sobre sua proximidade com a teologia da libertação. O sacerdote adotou o lema "Nada possuir, nada carregar, nada pedir, nada calar e, sobretudo, nada matar."

1994 - Apoiou a Revolta de Chiapas, no México, em defesa dos povos indígenas do país. Ele pediu compreensão àqueles que se armavam contra o governo.

1999 - Publicou o livro "Declaração de Amor à Revolução Total de Cuba", em que elogia as melhorias sociais promovidas pelo regime cubano depois da revolução de 1959.

2000 - Recebeu o título de doutor honoris causa pela UNICAMP, em São Paulo, e pela PUC de Goiás.

2005 - Aos 77 anos, depois de quase 30 anos com o diagnóstico de mal de Parkinson, apresentou sua renúncia, que foi aceita pelo papa João Paulo 2º

2020 - Morre aos 92 anos

Para Pedro, o ultraleve de Deus, do amigo Paulo

Profeta, posseiro
do tempo que aras
com pena de poeta
e asas de ultraleve.

Missionário místico,
maracá do Reino,
mártir de raspão,
testemunha sempre.

Peregrino das Américas,
veleiro em alto-mar
onde paz e tempestade
se abraçam no perdão.

Sinal de contradição,
sino de esperança
desde o mundo indígena
badalando indignação.

Irmão dos pobres,
raiz com asa
cata-vento de Deus
romeiro sem casa.

Trigo perdido
na margem do Araguaia
utopia nas encruzilhadas
da memória do povo.

Apareceste entre os humanos
em tempo de vacas magras,
lutaste para virar o mundo,
ao avesso, para todos.

Trocaste a carreira pelo Caminho,
a correria pela caminhada,
o grito pela canção -
Quixote e Macunaíma.

Lutaste por terra para viver,
sonhaste vinho para todos
e pão - como tua vida -
consagrado, repartido.

Das pedras fizeste
caminhos e pontes,
das perdas e dores
novos horizontes.

Pedro, divina energia
pedra preciosa
dom de Deus,
presente, Eucaristia.

Paulo Suess

 

Pedro alçou vôo com seu anel de tucum.

Hoje é sábado, 8 de agosto de 2020. Pedro, como gostava de ser chamado, alçou vôo. Foi ao encontro do Amado. Teve sua Páscoa. Quantas lembranças.
Conheci-o provavelmente em 1977. Tinha chegado ao Araguaia com meus 24 anos e muita esperança. Fui trabalhar em Conceição do Araguaia. O Rio Araguaia levava até São Félix do Araguaia, 750 km rio acima. Ali morava um bispo santo e corajoso. O Pedro. O Casaldáliga. Magro, gestos contundentes e carinhosos e olhar firme, sandálias de borracha.

Pedro poeta, jornalista, escritor, padre, bispo. Quando sagrado bispo preparou um documento onde colocava contra a parede a ditadura e seus projetos. Denunciou as mortes, a concentração da terra e o trabalho escravo em um documento contundente e se tornou uma referência ainda hoje nos estudos sobre o campo brasileiro e a escravidão contemporânea. Amaldiçoou o latifúndio e foi um dedo na ferida provocada pelas autoridades civis, militares e eclesiásticas.
Catalão, nunca retornou ao seu país de origem. Não entrava em avião e, decidiu, a Prelazia não possuía carro. Os deslocamentos pastorais eram realizados de bicicleta, a cavalo, de ônibus. Mas João Paulo II, em 1980, cobrou sua visita. A visita ad limina deve ser feita por todos bispos de cinco em cinco anos a Roma. Finalmente Pedro saiu do Brasil e tomou um avião e foi ver seu irmão mais velho, o bispo de Roma.
A partir daí começou a empreender visitas aos irmãos da querida America Latina. Foi a América Central algumas vezes. Sua presença sempre foi questionadora. Achava que o papado devia ser simplificado e despojado. Escreveu cartas ao Papa. Mesmo os que divergiam dele de alguma forma, admiravam-no pela sinceridade e coerência.
Pedro, com cada um, era uma atenção. E era firme. Não sedia se estava em questão o pobre, o sofredor, o posseiro ou o peão. Era abertamente parcial em favor do mais fraco e fragilizado.
Pedro era uma referência para os que se dedicavam a um projeto de igreja encarnada, voltada para os esquecidos e perseguidos. E era um tempo de grandes bispos na fidelidade ao evangelho no Brasil: dom Helder Câmara, dom Waldir Calheiros, dom Tomás, dom Luis Fernando, dom Luciano Mendes, dom Aloisio e Ivo Lourcheider, dom Adriano Hipólito... Eram muitos e eram perseguidos. E com alguns nos encontrávamos com freqüência nas reuniões da Comissão Pastoral da Terra, como dom Tomás Balduino, dom Celso Pereira, dom Moacyr Grechi e dom Pedro. Diversos responderam processo político militar na ditadura, como dom Estevão Cardoso de Avelar. Eram muitos, mas Pedro se destacava na franqueza, na coragem e na austeridade pessoal.

Tive a benção de estar com Pedro em muitos encontros em diversas partes. Em reuniões, celebrações, assembléias e manifestações públicas em Goiânia, em Miracema do Norte, em Porto Nacional, em Belém, em São Geraldo do Araguaia, em Conceição do Araguaia e em São Felix do Araguaia.
Estive em sua casa algumas vezes. A primeira, em 1979, quando fui pedir para que me auxiliasse a preparar o texto de minha ordenação sacerdotal. Viajamos juntos algumas vezes e me admirava de sua capacidade de escrever poemas no ônibus; de escrever livros e textos nas circunstâncias mais adversas – no calor, em local de movimentação de muita gente e barulho .
Grande orador, seduzia-nos pelo exemplo e pela palavra.
Diversas vezes ele nos apoiou. Especialmente quando matavam camponeses como fizeram com o Gringo. Ele, solidário, se deslocava para Conceição do Araguaia ou Itaipava. Estava conosco. Foi ao julgamento dos padres franceses e posseiros em Belém. De lá, tomamos o ônibus e fomos para São Geraldo do Araguaia, no Pará. Uma viagem de 700 quilômetros. Trocamos de ônibus em Araguaína, no Tocantins. Entre Araguaína e Xambioá, a Polícia Federal parou o ônibus e, rispidamente, nos obrigou a descer e vasculharam tudo que tínhamos. Estavam atrás de faixas, de cartazes, de panfletos “subversivos”. Sabiam que íamos inaugurar a igreja do Cristo Libertador em São Geraldo. Em determinado momento, um policial reconheceu dom Pedro e lhe disse meio sem graça: “- Dom Pedro, desculpe. Se coloque no meu lugar.” O bispo se aproximou do policial, colocou as duas mãos sobre os  seus ombros, olhou-o com afeto e respondeu: “- Meu filho, você está me pedindo algo difícil: como me colocar em seu lugar?”
Era, de fato, difícil, por ser ditadura, a policia censurava, invadia e queimava casas, prendia com violência, torturava,  servia a um projeto governamental que favorecia a concentração fundiária, a morte de posseiros e indígenas, ao trabalho escravo, à destruição do meio ambiente.

Pedro conheceu a perseguição e a morte esteve sempre próxima dele. Nos seus braços magros e frágeis recebeu o padre João Bosco Penido Burnier. A bala talvez fosse para ele. O policial se equivocou. O bispo parecia podre demais, pequeno demais, magro demais, para ser bispo.
Hoje, a igreja ficou mais pobre na palavra profética e na coerência. Pedro partiu na sua Páscoa e que olhe por nós, pelos indígenas,  camponeses, posseiros, aflitos, enfermos. Olhe pelo Brasil na sua pandemia e na sua dor.
O anel de Tucum brilhara esta noite de forma mais intensa.

Ricardo Rezende Figueira

DOM PEDRO CASALDÁLIGA (1928-2020) TESTEMUNHO PROFÉTICO

Frei Betto

Dom Pedro celebrava o Dia de Finados no mais pobre cemitério de São Félix do Araguaia (MT). Ali jazem os restos mortais de indígenas e trabalhadores atraídos à Amazônia pelo sonho de uma vida melhor. Muitos deles, além de verem suas expectativas frustradas, foram abatidos a bala.
O bispo manifestou ao povo e aos agentes pastorais da prelazia: “Escutem com ouvidos atentos. Vou falar algo muito sério. É aqui que eu quero ser enterrado.”
Para descansar / eu quero só esta cruz de pau / como chuva e sol; / estes sete palmos e a Ressurreição! (Poema “Cemitério do Sertão”, de Dom Pedro)
Atacado há anos pelo mal de Parkinson, ao qual se referia como “Irmão Parkinson”, Pedro, aos 92 anos, sofreu uma piora em seu estado de saúde na primeira semana de agosto. Os recursos em São Félix são precários, e a indigência é agravada pela pandemia do novo coronavírus. A congregação claretiana, à qual Pedro integrava, decidiu transferi-lo para Batatais (SP), onde seria melhor atendido. No sábado, 8 de agosto – festa de São Domingos, espanhol como Pedro – ele transvivenciou pouco depois de 9h da manhã. Seus confrades cumpriram o desejo dele de repousar no cemitério Karajá.
Pedro chegou ao Brasil, como missionário, em 1968, em plena ditadura militar. Veio implantar o Cursilho de Cristandade. Porém, ao se deparar com a exploração dos peões nas fazendas da Amazônia, fez uma radical opção pelos pobres. Trabalhadores desempregados e sem escolaridade se afundavam nas matas em busca de melhores condições de vida, atraídos pela expansão do latifúndio na região amazônica. Literalmente arrebanhados nas cidades, caíam na arapuca do trabalho escravo. Não tinham alternativas senão adquirir provimentos e roupas nos armazéns da fazenda, a preços exorbitantes que os prendiam nas malhas de dívidas impagáveis. Se tentavam fugir, eram perseguidos pelos capatazes, assassinados ou levados de volta, chicoteados, e muitas vezes mutilados, com uma das orelhas cortada.

Pedro nomeado bispo

São Félix é um município amazônico do Mato Grosso, situado em frente à Ilha do Bananal, numa área de 36.643 km2. Na década de 1970, a ditadura militar (1964-1985) ampliou a ferro e fogo as fronteiras agropecuárias do Brasil, devastando parte da Amazônia e atraindo empresas latifundiárias empenhadas em derrubar árvores para abrir pastos ao rebanho bovino.
Casaldáliga, pastor de um povo sem rumo e ameaçado pelo trabalho escravo, tomou-lhe a defesa e entrou em choque com grandes fazendeiros; empresas agropecuárias, mineradoras e madeireiras; políticos que, em troca de apoio financeiro e votos, acobertavam a degradação do meio ambiente e legalizavam a dilatação fundiária sem exigir respeito às leis trabalhistas.
Em 13 de maio de 1969, o Papa Paulo VI criou a Prelazia de São Félix do Araguaia. A administração foi confiada à congregação dos claretianos e, de 1970 a 1971, padre Pedro Casaldáliga foi o primeiro administrador apostólico da nova prelazia. Logo em seguida, nomeado bispo. Adotou como princípios que haveriam de nortear literalmente sua atividade pastoral: “Nada possuir, nada carregar, nada pedir, nada calar e, sobretudo, nada matar”. No dedo, como insígnia episcopal, um anel de tucum, que se tornou símbolo da espiritualidade dos adeptos da Teologia da Libertação.
Na Carta Pastoral de 1971, “Uma Igreja da Amazônia em Conflito com o Latifúndio e a Marginalização Social”, Pedro posicionou, ao lado dos mais pobres, a recém-criada prelazia: “Nós – bispo, padres, irmãs, leigos engajados – estamos aqui, entre o Araguaia e o Xingu, neste mundo, real e concreto, marginalizado e acusador, que acabo de apresentar sumariamente. Ou possibilitamos a encarnação salvadora de Cristo neste meio, ao qual fomos enviados, ou negamos nossa Fé, nos envergonhamos do Evangelho e traímos os direitos e a esperança agônica de um povo que é também povo de Deus: os sertanejos, os posseiros, os peões, este pedaço brasileiro da Amazônia. Porque estamos aqui, aqui devemos comprometer-nos. Claramente. Até o fim”.

Poeta e profeta

Cinco vezes réu em processos de expulsão do Brasil, Casaldáliga morava em um casebre simples, sem outro esquema de segurança senão o que lhe asseguram três pessoas: o Pai, o Filho e o Espírito Santo. Calçando apenas sandálias de dedo e uma roupa tão vulgar como a dos peões que circulavam pela cidade, Casaldáliga ampliou sua irradiação apostólica através de intensa atividade literária. Poeta renomado, trazia a alma sintonizada com as grandes conquistas populares na Pátria Grande latino-americana. Ergueu sua pena e sua voz em protestos contra o FMI, a ingerência da Casa Branca nos países do Continente, a defesa da Revolução Cubana, a solidariedade à Revolução Sandinista ou para denunciar os crimes dos militares de El Salvador e da Guatemala.
Certa ocasião, fez uma longa viagem a cavalo para visitar a família de um posseiro que se encontrava preso. Chegou sem aviso prévio. Diante de um prato de arroz branco e outro de bananas, a filha mais velha, constrangida, desculpou-se à hora do almoço: “Se soubéssemos que viria o bispo teríamos feito outra comida”. A pequena Eva, de sete anos, reagiu: “Ué, bispo não é melhor que nós!” Esta  lição ele guardou, e sempre praticou, evitando privilégios e mordomias.
Quando os Karajá iam à cidade, vindos da Ilha do Bananal, o pouso era sempre na casa do Pedro. Ali comiam, tomavam água, descansavam das andanças por São Félix.
Fundador da Comissão Pastoral da Terra (CPT) e do Conselho Indigenista Missionário (Cimi), Casaldáliga admitia que a sabedoria popular era a sua grande mestra. Indagou a um posseiro o que ele esperava para seus filhos. O homem respondeu: “Quero apenas o mais ou menos para todos”. Pedro guardou a lição, lutando por um mundo em que todos tenham direito ao “mais ou menos”. Nem demais, nem de menos.

Pedro em Cuba

Em setembro de 1985 viajei a Cuba com os irmãos e teólogos Leonardo e Clodovis Boff. Informamos a Fidel que Dom Pedro se encontrava em Manágua, participando da Jornada de Oração pela Paz. O líder cubano insistiu para que o levássemos a Havana. Tão logo desembarcou na capital de Cuba, a 11 de setembro, foi conduzido diretamente ao gabinete de Fidel, na época interessado na literatura da Teologia da Libertação. Pedro observou com a sua fina ironia: “Para a direita é preferível ter o papa contra a Teologia da Libertação do que Fidel a favor”.
Na mesma noite, discursou na abertura de um congresso mundial juvenil sobre a dívida externa: “Não é só imoral cobrar a dívida externa, também é imoral pagá-la, porque, fatalmente, significará endividar progressivamente os nossos povos”.
Ao reparar que os sapatos do prelado estavam em péssimo estado, Chomy Miyar, secretário de Fidel, lhe ofereceu um par novo de botas. “Deixo os meus sapatos ao Museu da Revolução”, brincou Dom Pedro.
Fomos juntos para a Nicarágua no dia 13 de setembro de 1985. Ali participou de inúmeros atos contra a agressão do governo dos EUA à obra sandinista e batizou o quarto filho de Daniel Ortega, Maurice Facundo.
Em sua segunda viagem a Cuba, em fevereiro de 1999, Casaldáliga declarou em público, em Pinar del Río: “O capitalismo é um pecado capital. O socialismo pode ser uma virtude cardeal: somos irmãos e irmãs, a terra é para todos e, como repetia Jesus de Nazaré, não se pode servir a dois senhores, e o outro senhor é precisamente o capital. Quando o capital é neoliberal, de lucro onímodo, de mercado total, de exclusão de imensas maiorias, então o pecado capital é abertamente mortal”.
E enfatizou: “Não haverá paz na Terra, não haverá democracia que mereça resgatar este nome profanado, se não houver socialização da terra no campo e do solo na cidade, da saúde e da educação, de comunicação e da ciência”.
Em conversa com Dom Pedro certa ocasião, ele me disse:
- Penso na frase de Jesus: “haverá fé sobre a Terra quando eu voltar?” Haverá, mas não na sua palavra. Fé no mercado, o grande demiurgo. Só de pensar que, de cada três economistas premiados com o Nobel nos últimos trinta anos do século vinte, dois eram da Escola de Chicago... Portanto, a Academia Sueca acreditou nos modelos matemáticos criados para favorecer a especulação financeira e voltados a considerar a humanidade somatória de indivíduos motivados apenas por interesses pessoais e envolvidos na mais renhida competição com seus semelhantes. Hoje, só vão à igreja aqueles que não têm recursos para frequentar os templos de consumo. O novo lugar do culto é o centro comercial, o Shopping Center, considerado a porta de entrada no Paraíso, pois ali não há mendigos, lixo, crianças de rua, ameaças; tudo refulge em brilho paradisíaco. Somos todos fiéis seguidores do catecismo publicitário. Ele nos incute a convicção de que a salvação individual passa pelo consumo. Excluído não é quem tem pecado; é quem não tem dinheiro. Herege não é quem discorda dos dogmas da Igreja, mas quem se opõe aos dogmas do capitalismo. Apóstolo não é quem abjura a fé cristã, e sim quem professa outra crença convencido de que fora do mercado não há salvação.

Sucessão

Em 2003, ao completar 75 anos, Casaldágica apresentou seu pedido de renúncia à prelazia, como exige o Vaticano de todos os bispos, exceto ao de Roma, o papa. Em 2005, o Vaticano nomeou o sucessor. Antes, porém, enviou-lhe um bispo que, em nome de Roma, pediu que ele se afastasse da prelazia, de modo a não constranger o novo prelado. Dom Pedro não gostou do apelo e, coerente com o seu esforço de tornar mais democrático e transparente o processo de escolha de bispos, recusou-se a atendê-lo. O novo bispo, frei Leonardo Ulrich Steiner, pôs fim ao impasse ao declarar que Dom Pedro era bem-vindo a São Félix.

Ameaças

Dom Pedro foi alvo de várias ameaças de morte. A mais grave em 1976, em Ribeirão Cascalheira, em 12 de outubro – festa da padroeira do Brasil, Nossa Senhora Aparecida. Ao chegar àquela localidade em companhia do missionário e indigenista jesuíta João Bosco Penido Burnier, souberam que, na delegacia, duas mulheres estavam sendo torturadas. Foram até lá e travaram forte discussão com os policiais militares. Quando o padre Burnier ameaçou denunciar às autoridades o que ali ocorria, um dos soldados esbofeteou-o, deu-lhe uma coronhada e, em seguida, um tiro na nuca. Em poucas horas o mártir de Ribeirão Cascalheira faleceu. Nove dias depois, o povo invadiu a delegacia, soltou os presos, quebrou tudo, derrubou as paredes e pôs fogo. No local, ergue-se hoje uma igreja, a única no mundo dedicada aos mártires.
Por suas posições evangélicas, Pedro era acusado de “bispo petista”. Nunca se importou com as acusações que sofria. Sabia que era o preço a pagar por não defender os privilégios dos latifundiários. Na campanha presidencial de 2018, um dia antes do primeiro turno da eleição, uma carreata pró Bolsonaro desfilou pela cidade e o buzinaço se acentuava ao passar diante de modesta casa do bispo.
Ninguém encarna e simboliza tanto a Teologia da Libertação quanto Dom Pedro. Ele se tornou referência mundial dessa teologia centrada nos direitos dos pobres.

Militante da utopia

Pedro era poeta. A poesia era a sua forma preferida de expressão e oração. Deixou-nos vários livros com poemas de sua lavra, verdadeiros salmos da atualidade.
Uma de suas músicas preferidas era esta versão de Chico Buarque e Ruy Guerra de “O homem de la Mancha”, espetáculo musical:  “Sonhar mais um sonho impossível, / lutar quando é fácil ceder, / vencer o inimigo invencível, / negar quando a regra é vender”. Ele pedia à advogada e agente de pastoral Zezé para cantá-la na capela.
Pedro nasceu em uma família pobre, de pequenos agricultores, na Catalunha. Em 1940, aos 12 anos, levado pelo pai, ingressou no seminário disposto a se tornar missionário. Aos 24, foi ordenado sacerdote, em maio de 1952.
Em seu último ano de formação pastoral, na Galícia, manteve contato com operários e migrantes, muitos trabalhadores em fábricas de tecidos. Ganhou as alcunhas de “padre dos malandros” ou “pai dos desvalidos”. Após a passagem pela cidade fabril, sua próxima parada foi Barcelona. Aos 32 anos, foi para a Guiné Equatorial, então colônia espanhola, para implantar os Cursilhos de Cristandade. Ali ele percebeu que o modelo europeu de Igreja não deveria ser exportado para as nações periféricas.
Como bispo no Brasil, Pedro nunca usou nenhum distintivo que o diferenciasse das outras pessoas e o identificasse como prelado.
Me chamarão subversivo. / E lhes direi: eu o sou. / Por meu Povo em luta, vivo. / Com meu Povo em marcha, vou / Tenho fé de guerrilheiro / E amor de revolução.” (“Canção da Foice e do Feixe”) Agora tenho plena consciência de que conheci um santo e profeta: Pedro Casaldáliga. Santo por sua fidelidade radical (no sentido etimológico de ir às raízes) ao Evangelho, e profeta pelos riscos de vida enfrentados e as adversidades sofridas.

Frei Betto, O paraíso perdido – viagens ao mundo socialista (Rocco).

FONTES:
Entrevista inédita feita do Camilo Vannuchi(https://noticias.uol.com.br/colunas/camilo-vannuchi/2020/08/07/d-pedro-casaldaliga-todo-opressor-e-obsessivo.htm?fbclid=IwAR3vR9_56MHxcSAEv1O0diZQKMWMVef9MQChdekJ7GXduOi9yYREtHZxr4c
Texto de Maria Júlia Gomes Andrade, antropóloga e coordenadora do Movimento pela Soberania Popular na Mineração (MAM).

Pedro Casaldáliga: Evangelho vivo
https://www.correiocidadania.com.br/2-uncategorised/14320-pedro-casaldaliga-evangelho-vivo
https://reporterbrasil.org.br/2020/08/pedro-casaldaliga-nos-ensina-que-ter-esperanca-e-um-ato-de-rebeldia/
https://www.brasildefato.com.br/2020/08/11/casaldaliga-sera-enterrado-em-cemiterio-de-vitimas-da-grilagem-de-terras-no-mt#.XzMqWjjZZeE.whatsapp